Am 7. November 2012 lud Herr Prof. Krebs seine Schüler aus dem WPG Journalismus zu einem Vortrag und anschließender Gesprächsrunde, mit dem ehemaligen österreichischen Journalisten und Mitbegründer der Ars Electronica Linz, Hannes Leopoldseder, ein.
Hannes Leopoldseder wurde am 27.März 1940 in St. Leonhard im Mühlkreis geboren. Er war Intendant des ORF Landesstudios Oberösterreich, Informationsintendant des ORF Wien und Initiator vieler Kulturveranstaltungen in Linz und Oberösterreich, wie etwa der Linzer Klangwolke und des Ars Electronica Festivals.
Er startete seine Ausbildung am Kollegium Petrinum und studierte anschließend Germanistik und Englisch an der Universität Wien.
Danach begann er seine Karriere als Journalist bei einem kleinen Verlag als Lektor und schrieb Artikel für unterschiedlichste Zeitungen. Währenddessen bewarb er sich immer wieder bei verschiedenen Zeitungen und ebenso als Journalist beim ORF für den Bereich der Kultur. Jedoch war der ORF eher weniger interessiert an ihm. Einer seiner damaligen Artikel wurde von der deutschen Zeitung "Die Welt" gedruckt und fiel durch Zufall dem ORF-Generalintendanten Gerd Bacher in die Hände, welcher davon so begeistert war, dass er den Verfasser unbedingt kennenlernen wollte. Bacher beschloss, Leopoldseder einen Job anzubieten und so kam es, dass der kulturinteressierte Journalist ab 1967 jedoch auf einmal für den Bereich Innenpolitik beim ORF zuständig war, wo er zunächst als Innenpolitik-Journalist im Wiener Landesstudio arbeitete. Von 1974 bis 1998 wirkte er am ORF Oberösterreich als Landesintendant und anschließend, bis 2002, war er Informationsintendant des ORF-Fernsehens.
Von 1975 bis 2007, in seiner Zeit als Präsident des oberösterreichischen Presseclubs, trat er gleichzeitig als Mitbegründer der Ars Electronica und der Linzer Klangwolke auf. Mit Hilfe von Herbert Franke entwickelte er das Konzept der Ars Electronica. Inspiriert durch das damalige alljährliche Brucknerfest, war es sein Ziel, eine kulturelle Veranstaltung zu planen, die über die Grenzen von Oberösterreich bzw. Österreich hinausgeht. Ein erster Ansatz dafür war das Projekt "Forum-Metall", welches ihn motivierte, ein Programm zu entwickeln, bei dem sich Kunst und Technik überschneiden: Das Ergebnis war die Ars Electronica. Im Zuge der Planung kam er in Kontakt mit Herbert Franke, mit dem er ein Konzept für die Klangwolke entwickelte, welches inspiriert war durch ein Symposium Frankes, das er "Musik für eine Landschaft" benannte. Franke bot seine Hilfe an und so konnte die erste Klangwolke 1979 stattfinden. Zur Eröffnung der Ars Electronica ließ man damals sogar einen Roboter einfliegen, um einen hohen Medienandrang zu garantieren. Das Interesse der Bevölkerung übertraf die Erwartungen aller Beteiligten und das Projekt Ars Electronica/Klangwolke war und ist heute noch ein voller Erfolg.
Soviel zu seinem Wirken als Veranstalter - das Hauptthema seines Vortrags am Borg war jedoch seine Karriere als Journalist. Leopoldseder berichtete dem interessierten Publikum, wie der Zufall sein Leben über die Jahre bestimmte und wie das Glück in seinem Werdegang als Journalist immer eine gewisse Rolle spielte. Er gab uns auch einen allgemeinen Einblick in den Journalismus von heute und früher. Zum Beispiel erzählte er davon, dass der Journalismus im Wandel sei und dass durch Digitalisierung vermutlich die gedruckte Zeitung in einigen Jahren schon ausgestorben sein würde.
Weiters erklärte er uns, welche Eigenschaften man mitbringen müsse, wenn man Journalist werden möchte.
Der Beruf des Journalisten sei nicht immer einfach, so Leopoldseder: "Es ist kein Tag wie der andere, es kann immer etwas passieren." Deshalb sollte man gewisse Voraussetzungen erfüllen falls man diesen Berufsweg einschlagen will:
Weltoffenheit
Neugierde
Freude am Recherchieren und Berichten
Schnelles Denken, schnelle Reaktion
Ausreichende allgemeine Bildung
Spaß an der abwechslungsreichen Arbeit
Anpassungsfähigkeit - keine fixen Arbeitszeiten, Überstunden
Festlegung: Für welches Fachgebiet entscheide ich mich?
Ausbildung: Welchen Ausbildungsweg wähle ich? (Journalistenschule, Studium,..)
Eine gewisse Begabung
Heute ist Hannes Leopoldseder nicht mehr als Journalist tätig, er hält jedoch weiterhin ab und zu Vorträge an der Kunstuniversität und ist durch seine Tätigkeit beim Ars Electronica noch viel unterwegs.
Wir danken für einen sehr informativen und interessanten Vortrag, der durch Herrn Professor Krebs ermöglicht wurde, der diesmal nicht nur seine Journalismusgruppe mit einbezog, sondern die gesamte 8z daran teilhaben ließ.
Es kam immer anders, als ich dachte - Vortrag von Dr. Hannes Leopoldseder im Borg
Linz - 07.11.2012
"Das Leben besteht aus Zufällen und harter Arbeit" - Ungefähr so umschrieb Dr. Hannes Leopoldseder seine Karriere als Journalist, als er am 7. November 2012 im BORG Linz einen 2-stündigen Vortrag über seinen beruflichen Werdegang hielt. Mit vielen spannenden Anekdoten gewürzt, wurde dieses Referat zu einer informativen aber auch unterhaltsamen Veranstaltung.
Rebecca Umlauf, 8z
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