Hilfsaktion im Borg Linz – Schüler:innen starten Rettungsaktion für bedrohte Tiere
Seit Jahren steht der Igel auf der roten Liste gefährdeter Tierarten. Der einst so häufige Gartenbewohner findet in unserer modernen Umwelt immer seltener geeignete Lebensbedingungen. Gründe dafür sind der Verlust seines natürlichen Lebensraums, die zunehmende Bodenversiegelung, der Einsatz von Pestiziden sowie die Folgen des Klimawandels. All diese Faktoren führen dazu, dass die Nahrung knapp wird und immer mehr Igel verhungern oder verletzt werden. Besonders der Mensch trägt die Verantwortung für diese Entwicklung.
Durch die großflächige Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln verschwinden viele Insektenarten und damit eine der wichtigsten Nahrungsquellen des Igels. Selbst Schnecken, die früher einen wesentlichen Teil seiner Ernährung ausmachten, sind so stark von Parasiten befallen, dass sie dem Igel mehr schaden als nützen. Darüber hinaus kämpfen besonders Jungtiere ums Überleben. Wenn die Nahrung knapp ist, konzentrieren sich ältere Igel auf das eigene Überleben – sie müssen genug Futter finden, um ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anzulegen. Viele junge Igel schaffen das nicht und verhungern, bevor sie die kalte Jahreszeit überstehen können.
Angesichts dieser dramatischen Situation hat sich die ehemalige Professorin und Biologin Ulrike Böhmüller dazu entschlossen, aktiv zu werden. Gemeinsam mit dem Verein „Stadtigel“ engagiert sie sich für den Schutz der Igel. Der Verein betreibt eine Auffangstation für verletzte oder geschwächte Igel, pflegt sie gesund und setzt sie anschließend wieder an geeigneten Plätzen aus.
Im Rahmen des naturwissenschaftlichen Praktikums, entschloss sich die 7.Klasse aus dem Science BORG Linz, zwei Igel geschützt zu überwintern. Gemeinsam mit ihrer Biologie Professorin Pia Reininger errichteten sie im Schulgarten zwei Igelhäuser, die seit heute von Henry und Florentina bewohnt werden.